Jetzt sehe ich gerade, dass der Herr Staatssekretär wahrscheinlich aus wichtigen Verpflichtungen schon entschwinden muss. Das ist ein bisschen bedauerlich, aber ich glaube, in diesen Tagen und insbesondere heute auch nachvollziehbar. Bedingt durch die Situation, die in Berlin eingetreten ist, habe ich ein bisschen die Sorge, dass vom Thema mit den drei P's, die ja eigentlich im Mittelpunkt stehen sollten, nur zwei zugegen sind: Private und Partnership. Auch das ist bedauerlich! Aber wie ich gehört habe, können wir sehr zuversichtlich sein, dass sich das im Laufe der morgigen Diskussion noch durch das dritte "P" Public ergänzen wird. Das ist deshalb wichtig, weil ich denke, dass die Diskussion, gerade auch mit den öffentlichen Stellen und nicht unter einem jammernden Aspekt, nach wie vor sehr wichtig ist.
Ich hatte mir das so schön vorbereitet hier mit meiner Anrede, die nicht nur den Herrn Staatssekretär sondern auch die Popfreunde und Kritiker, die Funktionäre und Macher, auch die Förderer und Verhinderer einschließen sollte. Denn ich wollte gerne zum Anfang den inhaltlichen Bogen zu all jenen spannen, für die diese dritte Popkonferenz eigentlich nur entstehen kann.
Und da steht in der Tat einiges auf dem Programm, sie haben es ja alle gelesen: Es geht in einem sehr weitem Bogen von kulturpolitischen Aspekten über Modelle, gerade schon angesprochen Public Private Partnership, bis hin zu zum Thema Musik- und Jugendmarketing und dies alles dem roten Faden folgend: Wie, und warum möglicherweise auch nicht, eine effiziente Förderung popmusikalischer oder vielleicht sollte man heute sogar sagen, besser popkultureller Arbeit geleistet werden kann.
Ich habe dem Bild des Herrn Staatssekretär eigentlich nur eines hinzuzufügen, dass Pop großgeschrieben wird, finde ich naturgemäß ziemlich gut, die Kleinschreibung von Dialog hat man ein bisschen damit kaschiert, dass man es in der Typo etwas aufgezogen hat. Ich hoffe, dass dieses Aufziehen in dieser Konferenz eben auch dazu führt, dass es nicht nur beim Dialog bleibt, sondern eben auch zu Ergebnissen führt, die dann auch endlich einmal konkrete Handlungsperspektiven eröffnen.
Eines ist erfreulicherweise auffällig und sicher auch ein Ergebniss der mittlerweile nicht mehr ganz neuen, wie wir gehört haben, gleichwohl immer noch sehr schwierigen Diskussion um Förderung in diesem Bereich. Es gibt nicht mehr die simple, reine, fordernde Erwartungshaltung, insbesondere an die öffentlichen Stellen, nach dem Motto: Tut dem Pop Gutes und gebt ihm einfach Geld. Das ist Vergangenheit! Zehn Jahre Diskussion, 15 Jahre Diskussion vielleicht, da haben wir, glaube ich, einiges an Perspektiven verschoben, und das ist gut so, weil es die Diskussion insgesamt auf ein anderes Level bringt. Wenn ich so in die Runde schaue, und einige Gesichter sind mir aus dieser zehnjährigen Tätigkeit auch vertraut, denke ich, müssen wir nicht sehr extrem in die Thematik einsteigen, wie Förderung insgesamt zu definieren ist. Vergessen wir nicht, und auch das sprach der Herr Staatssekretär an, dass wir einen funktionierenden Markt haben. Dieser Markt ist Milliarden schwer, aber er ist ein Markt, und Markt immanent ist, dass man dort natürlich auch eigenen Systematiken folgen muss, weil primär natürlich auch die Wirtschaftlichkeit letztendlich dort im Fokus steht. Auch die Zahlenbeispiele, die schon angeklungen sind, muss man differenziert betrachten, weil sie letztendlich ein gutes Argument sind, um deutlich zu machen, mit welch profundem Wert man in der Diskussion um allgemeine volkswirtschaftliche Aspekte mit diesem Thema eigentlich agieren kann, dennoch aber sehr genau differenzieren muss, damit man nicht mit den eigenen Argumenten erschlagen wird.
Das, was die Veranstalterszenen betrifft, was den ganzen Technikapparat, die Dienstleister und Agenturen betrifft, ist dann letztendlich doch etwas anderes, wenn wir auf der anderen Seite beispielsweise an die Labels oder an die Verlage denken.
Zurück zur Förderung. Nach meiner Beobachtung sind Mittel häufig genug nach dem Gießkannen- und Alibi-Prizip mehr oder weniger unsinnig vergeben worden. Mittel, die dann letztlich, eigentlich ohne irgendeine Effizienz, versandet sind. Und ich wage sogar die These, dass es am Ende des Tages schon gar nicht dem popmusikalischen Nachwuchs gut getan hat oder möglicherweise fürderhin gut täte, würde man nach diesen vielfach angewendeten Kriterien weiter fördern. Nichts wäre gerade heute schlimmer, als über den Weg der kaschierten Zweitförderung einen vermeintlichen Förderparallelmarkt entstehen zu lassen, der Bands vorgaukelt, sich in einem realen Markt zu befinden.
Ich glaube, die Realität würde sie ziemlich schnell und ziemlich bitter und ziemlich krass einholen. Wir haben einige Gegenbeispiele gehört, unbestritten, aber das sind wirklich Perlen von einer Unzahl von anderen Beispielen. Da würde ich es eigentlich eher mit dem Satz des englischen Musikjournalisten A.J. Scott halten, der bezogen auf die britische Situation der Nachwuchsförderung ganz lapidar kommentiert hat: "If they wanna make it, they simply have to make it." Zugegebenermaßen, dieser Aspekt bezieht sich hauptsächlich auf die Musikerförderung, auf die konkrete Musikerförderung, und in vielem, was mit dieser Thematik zu tun hat, ist England sicherlich nicht mit Deutschland vergleichbar. Im Übrigen: Wenn wir über Förderpraxismodelle reden, dann natürlich auch nicht über die geübte Förderpraxis des traditionellen Musizierens im sogenannten klassischen Bereich im Bezug auf Anforderungen, die sich bei Popmusik eben völlig anders stellen. Aber dazu später noch etwas mehr.
Jetzt mag vielleicht bei dem einen oder anderen von ihnen, die Vermutung aufkommen, dass das ein ziemlich grandioses Eigentor ist, was sich die Veranstalter der dritten Popkonferenz hier mit meiner Eröffnungsrede selbst gelegt haben, weil da verdächtigerweise ein Plädoyer gehalten wird für die Überflüssigkeit von Förderung. Mutig, Bernd, danke, mutig!
Aber diejenigen, die sich dieser Hoffnung hingeben, ich kann sie - ich nehme es vorweg enttäuschen. Ich werde sie schwer enttäuschen, weil ganz im Gegenteil ich trotz der warnenden Worte des Herrn Staatssekretärs ganz deutlich Förderung fordere, und zwar mehr denn je! Eigentlich mehr denn je nachhaltiger, mehr denn je zielgerichteter und vor allen Dingen mehr denn je zuverlässiger. Ich denke nicht, dass es notwendig ist, an dieser Stelle noch einmal ganz intensiv darauf einzugehen, dass die Mittel aus öffentlichen Haushalten, die in den Bereich Popkultur fließen, im Verhältnis zum tradierten Kulturbereich nach wie vor in der Summe absolut marginal sind.
Aber dennoch ein interessantes Beispiel, um das zu verdeutlichen, und es klang auch schon an: Wie sie sicher wissen hat es die Initiative der CDU erstaunlicherweise, aber gutes Timing, zu einer großen parlamentarischen Anfrage zur, jetzt muss ich zitieren, „Bestandsaufnahme und Perspektive der Rock- und Popmusik in Deutschland“ gegeben, die auf der diesjährigen Pop.Komm der Fachöffentlichkeit vorgestellt wurde und, auch das klang an, mittlerweile von der Bundesregierung beantwortet ist.
Immerhin, die große Chance ist da, dass Pop im Parlament diskutiert wird und das hat es seit 40 Jahren in Deutschland, glaube ich, bislang noch nicht einmal gegeben.
In dieser Beantwortung liest sich unter anderem, dass es in den letzten zehn Jahren aus dem Nachwuchsbereich Rock und Pop immerhin 15 Gastspiele und Austauschprogramme gegeben habe: Zuschussvolumen 85.000 DM.
Die Volumina im vergleichbaren Zeitraum etwa für den Arbeitskreis Jugendchormusik: 3,5 Mio. DM; das deutsche Musikschulorchester 3,6 Mio. DM, das Bundesjugendorchester 4 Mio. DM. Ein weiterer Titel weist als Finanzierung über die Kulturstiftung der Länder immerhin rund 55,6 Millionen Mark für Musikprojekte aus, daraus für die Popmusik, sie ahnen es, 2,3 Millionen, und wenn ich das richtig rechne sind das, glaube ich, satte vier Prozent. Wow!!
Ich meine, man muss zugeben, und bitte verstehen Sie mich nicht falsch, dass diese Sachen, bis auf das letztere Beispiel, natürlich nicht wirklich vergleichbar sind. Man kann sie nicht wirklich ins Verhältnis setzten. Und schwierig ist zudem auch, dass aufgrund der föderalen Struktur natürlich auch auf Landes- und kommunaler Ebene eine ganze Menge getan wird, wenn auch mit sehr großen regionalen Unterschieden. Aber grundsätzlich ist festzuhalten und eigentlich auch zu bedauern, wie ich finde, dass ganz offensichtlich keinerlei nur halbwegs verlässliches Datenmaterial vorliegt. Die Diskrepanz, bezogen auf die Beantwortung der angesprochenen Anfrage, setzt sich eben auch hier bei den Daten fort. Es findet sich von dem Wenigen sehr viel ausführlicher und präziser wieder bei all dem, was mit dem sogenannten Bereich der E-Musik zu tun hat. Ich denke, das ist ein Manko und auch das ist sicherlich ein Aspekt, der im Kontext dieser Konferenz hier und da unbedingt angesprochen werden muss. Keineswegs möchte ich dies jedoch als Argumentation benutzen, um daraus a priori einen höheren finanziellen Anspruch der U-Musik herzuleiten. Sie merken schon, ich verfalle in den Jargon, weil gleichwohl auch ein sehr interessanter, kleiner Aspekt. Ich glaube, im ersten Satz der Antwort auf die Bundestagsanfrage heisst es, dass mittlerweile die Begrifflichkeit zwischen E- und U-Musik nicht mehr angewendet wird, weil man einen viel breiteren kulturpolitischen, musikalischen, gesellschaftlichen Background dahinter sieht. Aber: Sie lesen drei Zeilen weiter und Sie finden - nur noch E-Musik.
Es liegt mir wirklich fern in solchen simplen Mustern Verteilungskämpfe anzetteln zu wollen. Wir alle sind lange genug in diesem Geschäft. Man muss der allgemeinen Situation Rechnung tragen und wir sollten ein Stück weit grundsätzlich überhaupt froh sein, dass doch noch eine relativ hohe Anzahl von Mitteln überhaupt in den Kulturbereich hinein fließt. Keine Frage, mich interessiert eher der Förderansatz: Wie, warum und wohin?
Also, das ist erst mal eine Zustandsbeschreibung und sie darf, finde ich, dennoch zum Überdenken anregen. Und damit sind wir eigentlich mittendrin hier im "Dialog Pop" in Germering. Wenn ich anfangs sagte, dass nicht mehr die einfache, simple Forderung nach öffentlicher Förderung auf der Tagesordnung steht, so bleibt eines dennoch klar: Geld hilft, da gibt es kein Argument dagegen, und Geld ist auch nötig und ich finde gerade, dass die öffentliche Hand sich eigentlich nicht weiter aus ihrer Verantwortung - gerade mit diesem Argument des fehlenden Geldes - für diesen popkulturellen Bereich hinaus manövrieren darf.
Die Diskussion aber um das „Wie“ ist auch bereits wesentlich differenzierter geworden. Und das Programm dieser Popkonferenz versucht, glaube ich, ganz gut diese Differenzierung abzubilden und zur Diskussion zu stellen. Es spannt den Bogen zwischen den Plattformen wirtschaftlichen Engagements und öffentlicher Förderung mit dem Ziel, im Dialog zu neuen, tragfähigen, perspektivischen Ansätzen zu kommen, auf die dann im Idealfalle das Prinzip von Public Private Partnership zuträfe. Und die im Idealfall, davon bin ich zumindest in vielen Teilen überzeugt, eigentlich eine gewinnende Situation für alle Beteiligten nach sich zöge.
Welche Thesen sprechen nun für ein solches Modell und vor allem, welche wechselseitigen Bedingungen könnten daraus erwachsen? Wenn wir über das Potenzial der Musikszene reden, das beherrschen sie aus dem Effeff, und hier natürlich der mit Popaffinität, dann muss klar sein, und ich denke, jedem ist das mittlerweile auch klar, dass es sich eben um eine sehr fragile und diffuse Szene handelt, die ganz eigenen Codes, Systematiken und Wirkungsweisen folgt. Das ist Chance, aber auch Risiko zugleich.
Es ist sehr häufig schwierig den Grenzbereich zu treffen, wo sich Professionalität und Nachwuchs trennen lassen. Aber grundsätzlich denke ich, dass die Faktoren Glaubwürdigkeit, Multiplikatorenwirkung und Emotionalisierung in sehr hohem Maße gegeben sind. Und damit ist die Szene durchaus attraktiv als Partner der Wirtschaft. Im besten Falle wird Musik zum medialen Botschafter der gleich mehrfach wirkt. Wenn beispielsweise das Konzert zum Gesamtevent im Sinne von individueller zu Gruppenidentifizierung wird, wenn periphere Aspekt wie Mode, Lifestyle, Sport all das mit tangiert und vieles mehr. Auch Film, und da kann man, glaube ich, die Kette sehr weit führen.
So weit, so gut, so einfach, wenn es sich um Madonna und Robbie Williams handeln würde. Aber jedem erklärt sich das nahezu von selbst, und wir haben genügend Beispiele dafür gehabt, ja auc h jetzt in letzter Zeit gesehen, aber gerade die stehen ja nicht zur Debatte. Meine Beobachtung ist zudem, dass reine Sponsoringaktionen seitens möglicher Partner aus der Wirtschaft viel stärker hinterfragt werden, wenn es um begleitende, sinnvolle Kommunikationskonzepte geht. Übrigens, ein Aspekt, der die Diskussion im Kontext Popkultur abhebt von anderen hochkulturellen Events. Hier liegt zugleich aber auch die große Chance, der weitab von den Stars agierenden Szenen, die mit ihren regionalen Verwurzelungen, ihren Möglichkeiten schneller und häufiger zu agieren, auch sehr viel direkter kommunizieren kann.
Es bleibt aber trotzdem eine nicht zu verachtende Problemstellung: Sind denn diese Szenen überhaupt in der Lage entsprechende konkrete Gegenleistungen bereitzustellen? Denn es ist klar, dass entsprechende Gegenleistungen erwartet werden, wenn man sich in das Feld mit einem entsprechenden Partner begibt, der sehr eindeutige Ziele primär aus einer ökonomischen Perspektive definiert.
Ich denke, dass die Szenen dies in zunehmenden Maße können, weil sich an vielen Orten entsprechende Strukturen zu entwickeln beginnen. Diese Strukturen können - so sie funktionieren - quasi die Moderatoren sein, die Umsetzungsrolle übernehmen, sie können das notwendige Bindeglied sein, das man zwingend braucht, um diese Übersetzung, um diese Einschätzung überhaupt vornehmen zu können. Und ich finde, genau hier tritt nun eigentlich auch die Förderung auf den Plan, denn nur über diesen Weg der Förderung lassen sich solche Initiativen anschieben und mit einer ersten Perspektive ausstatten. Nennen Sie es ganz simpel Hilfe zur Selbsthilfe! Aber wichtig: Mit der Perspektive zur Entwicklung, und zur Nutzung eigenwirtschaftlicher Entwicklung. Und das bedeutet eigentlich in der Konsequenz, dass ich beginne zu koppeln: Kultur- UND Wirtschaftsförderung.
Um einem solchen Anschub aber auch die geforderte Nachhaltigkeit zu verleihen, müssen meiner Meinung nach die Instrumentarien und die Zielvorstellung der Förderung unbedingt auf den Prüfstand. Und da lassen sich eine ganze Reihe von Momenten finden: Ich möchte mal die These formulieren, dass man sich von der Bindung an eine bislang geübte Praxis der reinen und damit eng gefassten Projektförderung verabschieden muss diese Praxis ist tödlich. Viel wichtiger ist eine Konzentration von Maßnahmen, die in strukturelle Ebenen hinein wirken und Stärken entwickeln können.
Die Schaffung und Unterstützung von geeigneten Netzwerken- von ihnen war heute schon die Rede - die über die Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen koordinierend und kooperierend tätig sein sollten. Netzwerke, die Kompetenz von und Glaubwürdigkeit in der Szene haben. Dazu gehört auch die Anerkennung der Notwendigkeit von Eigenständigkeit solcher Organisationen gegenüber der Abwicklung und Zuständigkeit zumindest angekrusteter, tradierter Verbandsstrukturen.
Ich glaube, dass darin eine sehr große Chance läge, Mittel und Effektivität von Ergebnissen zu optimieren und wirtschaftlich messbar zu machen davon haben wir jetzt auch bereits mehrfach gesprochen. Dies ist ein Aspekt, der im Kontext dieser ganzen Diskussion, möglicherweise willentlich, möglicherweise aus simpel nicht vorhandenem Datenmaterial unter den Tisch fällt. Ich glaube desweiteren, dass eine solche Situation Partnern der Wirtschaft signalisieren kann, dass auf dieser Ebene sichere und vor allen Dingen im Rahmen abgesicherte Strukturen existieren. Denn wenn ich über Größenordnungen von bestimmten Kampagnen spreche, dann finde ich möglicherweise nicht einmal ansatzweise Gehör, wenn ich nur als kleiner Verein daher komme.
Die dritte Popkonferenz - ich komme jetzt noch mal zu dem Bild Dialog Pop zurück - steht für mich, der diese ganze Diskussion nun auch seit Jahren begleitet und darin involviert ist, gewissermaßen an einem Scheideweg. Und das hat gar nichts mit der Popkonferenz zu tun.
Denn ich finde nach wie vor und kann das nur noch mal unterstützen, dass diese Konferenz sehr richtig, das Themenfeld umrissen hat und man ihr eigentlich nur wünschen kann, dass entlang dieser Diskussionslinien Ergebnisse entstehen, die eben auch zu neuen Ansätzen führen. Ansätze - das ist mein Wunsch, mein Credo, meine Hoffnung - die eben über Theorie und Papier zu Aktivitäten führen und endlich eine reale Perspektive definieren.
Die vorher zitierte Große Anfrage im Bundestag zur Popmusik hat eine auch in der politischen Wirkung nicht zu unterschätzende Situation erzeugt. Erstmalig wurde umfassend dargestellt, was diesbezüglich in Deutschland passiert. Es wurden aber auch Mankos klar. Ich glaube, dass gerade deswegen jetzt eine Chance gegeben ist, sehr massiv zu diskutieren. Und ich denke, dass sie alle über und in den Organisationen, die sie vertreten, diese Lobbyarbeit jetzt mehr denn je intensivieren müssen.
Es ist hoffentlich deutlich geworden, dass diese Perspektive in aller erster Linie in der Neuordnung von Förderkonzepten und deren Umsetzung liegt. Das ist das A und O, wenn das Ganze von Erfolg begleitet sein soll. Denn ich muss schon gestehen, dass ich erst im zweiten Schritt die Anforderung oder vielleicht dann auch die Einforderung auf Seiten derjenigen, die aus wirtschaftlichen Interesse handeln, sehe. Dieses Wechselspiel muss auch in der Wirkung und in der Positionierung neu definiert werden. Und noch einmal: Genau aus dem Gedankengang, den ich versuchte darzulegen, sehe ich eben doch eine ganz große Notwendigkeit deutlich zu machen, dass öffentliche Mittel hier bereitgestellt werden müssen und vor dem Hintergrund welcher auch immer herbeigezogene Argumente eine Verabschiedung aus diesem Prozess überhaupt nicht passieren darf.
Im Programm der Popkonferenz finden sich im Übrigen auch einige erprobte Beispiele. Ich finde das sehr bezeichnend und es spricht zum einen für die Qualität und zum andern auch genau auch für dieses Manko, denn die hier aufgeführten Beispiele sind nun auch nicht mehr neu. Das zeigt auf der einen Seite, sie funktionieren offensichtlich, können gewissen Modellcharakter haben. Aber auf der anderen Seite fehlt eigentlich eine Weiterentwicklung.
Und ich würde mir sehr wünschen - jetzt wiederhole ich mich - dass hier in diesem Dialog eben der nächste Schritt gemacht wird. Hin zu einer Praxisorientierung, die eben nicht in diesem akademischen Diskussionsraum stehen bleibt, weil ich befürchte, dass diese Diskussion sich sonst insgesamt auch verstrahlt. In den letzten Jahren haben sich einige Entwicklungen abgezeichnet, vor allem auf regionalen Ebenen und auf Grund regionaler Aktivitäten. Auch die Organisatoren, die als Veranstalter hinter dieser Konferenz stehen verdeutlichen das.
Ich glaube, dass die Zeit im Moment gut ist, gleichwohl es gar keine Frage ist, dass die Diskussion schwierig wird. Die Politik hat natürlich ein relativ einfaches Spiel zu sagen, dass vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklung in den Haushalten die Lage dramatisch sei. Aber: Andernfalls wird die dramatische Situation, mit der wir uns beschäftigen, auch dramatischer. Und deshalb geht es nicht einmal nur um ein Mehr sondern um ein Anders und das aber bitte mit Konsequenz! Auch wenn diese Argumentation eine Wiederholung ist, aber man muss sich an diese Wiederholungen gewöhnen, um mit der nötigen Härte dagegen zu halten.
Insofern kann ich mich eigentlich nur noch dem Satz meines Vorredners anschließen und den Organisatoren sehr danken - stellvertretend, weil mir bekannt, bei Bernd Schweinar und Lothar Surey. Ich bedanke mich auch für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns allen drei spannende Tage. Danke.
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